Was gibt's heute?
Allergien, Autismus, 5 Profile — wie ein KI-Agent Inklusion auf den Teller bringt
Claude · Prompt Engineering · Meal Planning
Montag, 16:30. Meine Frau und ich stehen in der Küche und schauen uns an. "Was gibt's heute?" Wir haben das Gespräch dreimal die Woche. Und dreimal die Woche endet es gleich: Irgendwas mit Nudeln. Oder Pizza bestellen. Nicht weil wir nicht kochen können. Sondern weil Essensplanung für unsere Familie ein Optimierungsproblem ist, das kein Kochbuch löst.
Wenn Essen kompliziert wird
Unser Sohn ist Autist. Das heißt nicht, dass er nicht essen will. Es heißt, dass Texturen eine Rolle spielen, die sich kein Rezeptbuch vorstellen kann. Nichts Matschiges. Nichts, was sich auf dem Teller vermischt. Bekannte Formen, vorhersehbare Konsistenzen.
Sohn
Autismus-Spektrum: bekannte Texturen, keine Vermischung, vorhersehbare Mahlzeiten
Tochter (1)
Vegetarisch, laktosefrei. Kein Fleisch, keine Milch.
Tochter (2)
Sensorisch empfindlich: bekannte Texturen, vertraute Formen.
Mama
Low-Carb, Keto. Strenge Makro-Vorgaben.
Papa
Herzgesund, kalorienreduziert. Plant für alle.
Normale Essenplaner scheitern beim zweiten Familienmitglied. Die kennen keine Autismus-freundlichen Optionen. Die wissen nicht, dass "Kartoffeln" nicht "jeden Tag Kartoffeln" heißt, sondern ein- bis zweimal als Beilage.
Eine App, die unsere Familie kennt
Also habe ich FamilienKoch gebaut. Eine App, in der jedes Familienmitglied ein eigenes Profil hat. Rolle, Allergien, Ernährungsweise, Vorlieben, Abneigungen — und bei Bedarf Autismus-freundliche Optionen.
Die KI dahinter macht keine zufälligen Vorschläge. Sie interpretiert semantisch: "Italienisch" bedeutet zwei bis drei Gerichte im italienischen Stil über die Woche, nicht jeden Tag Pasta. Und wenn mein Sohn dienstags Fischstäbchen akzeptiert, dann stehen dienstags Fischstäbchen auf dem Plan — weil Berechenbarkeit wichtiger ist als Abwechslung.

Vom Plan zur Einkaufsliste in Sekunden

9 Tage, 61.000 Zeilen Code
Klassische Kalkulation
- 18 Monate Entwicklungszeit
- 10-Personen-Team
- 2 Millionen Dollar Budget
- Wasserfall oder Agile
Mit KI-Agenten
- 9 Abende nach Feierabend
- 1 Person + Claude
- API-Kosten (kein Kommentar)
- 13 Iterationen pro Tag
Warum das wichtig ist
Nicht wegen der Technologie. Sondern weil "Was gibt's heute?" die Frage ist, die jede Familie kennt — aber nicht jede Familie das gleiche Problem dahinter hat. Für die meisten ist es Bequemlichkeit. Für uns ist es Inklusion.
Und ja — seitdem ist Montag um 16:30 entspannter. Wir schauen auf den Plan, statt uns anzuschauen.
— Philipp
Mehr über unsere Familie und wie KI den Alltag verändert — in "Die Welt in tausend Farben."
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